{"id":161,"date":"2014-10-01T00:31:14","date_gmt":"2014-09-30T23:31:14","guid":{"rendered":"http:\/\/aktuell.dpg.hamburg\/?page_id=161"},"modified":"2015-12-09T15:47:06","modified_gmt":"2015-12-09T14:47:06","slug":"entstehungsgeschichte-der-dpg-hamburg","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/dpg.hamburg\/en\/dpg-geschichte\/entstehungsgeschichte-der-dpg-hamburg\/","title":{"rendered":"2. Entstehungsgeschichte der DPG Hamburg"},"content":{"rendered":"<p>2. Entstehungsgeschichte der DPG Hamburg<\/p>\n<p>Die Deutsch-Polnische Gesellschaft Hamburg e.V. (DPG Hamburg) wurde am 5. Juli 1972 am Rande einer Sitzung der Hamburgischen B\u00fcrgerschaft, dem Hamburger Landesparlament, im Sitzungssaal B des Hamburger Rathauses gegr\u00fcndet.<\/p>\n<p>Gr\u00fcndungsmitglieder waren Abgeordnete der SPD-Fraktion der Hamburgischen B\u00fcrgerschaft und ein kleiner Kreis von Hamburgerinnen und Hamburgern, die schon auf verschiedenen Ebenen deutsch-polnische Kontakte entwickelt und gepflegt hatten.<\/p>\n<p>Zu diesem Kreis geh\u00f6rten u. a. auch Mitglieder der Deutschen Beamtenbund-Jugend Hamburg, die erstmals im Jahre 1965 eine Studienfahrt nach Warschau durchgef\u00fchrt hatte; dieser Studienfahrt folgten ab 1968 bis Mitte der 70er Jahre j\u00e4hrlich weitere Bildungsurlaubsfahrten junger Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Hamburger Verwaltung, aber auch der Bundesverwaltung wie Zoll, Post und Bahn.<\/p>\n<p>Im Rahmen einer jugendpolitischen Zusammenarbeit der Hamburger Gewerkschaftsjugendorganisationen von DGB (Deutscher Gewerkschaftsbund), DAG (Deutsche Angestellten-gewerkschaft) und DBB (Deutscher Beamtenbund) im &#8220;Aktionszentrum Hamburger Jugendverb\u00e4nde&#8221; wurde im Fr\u00fchjahr 1970 in Hamburg die Ausstellung &#8220;25 Jahre Polens West- und Nordgebiete&#8221;* pr\u00e4sentiert, die \u00fcber die &#8220;Aktion S\u00fchnezeichen&#8221; angeboten wurde. Das &#8220;Aktionszentrum Hamburger Jugendverb\u00e4nde&#8221; war auch Veranstalter der ersten &#8220;Polnischen Tage&#8221; in Hamburg, die im Fr\u00fchjahr 1970 mit \u00fcber 70 Veranstaltungen stattfanden.<\/p>\n<p>Im Rahmen der Vorbereitungen dieser &#8220;Polnischen Tage&#8221; wurde im Oktober 1970 der &#8220;Arbeitskreis Polen&#8221; in Hamburg gegr\u00fcndet, der bis zur Gr\u00fcndung der DPG Hamburg eine Reihe von Vortrags- und Diskussionsveranstaltungen und Studienfahrten nach Polen organisierte. Die Arbeit dieses Arbeitskreises wurde von der Journalistin und Schriftstellerin Annaliese Wulf und dem Beamten und ehrenamtlichen Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der DBB-Jugend Hamburg Gerd Hoffmann geleitet. Diese beiden &#8220;Polen-Aktivisten&#8221;, die die Arbeit des &#8220;Arbeitskreises Polen&#8221; auf eine breitere gesellschaftliche Basis stellen wollten, initiierten die Gr\u00fcndung der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Hamburg und luden zur Gr\u00fcndungsver-sammlung im Juli 1972 ein.<\/p>\n<p>Einer der Beweggr\u00fcnde f\u00fcr die Initiative von Annaliese Wulf und Gerd Hoffmann war, den im Dezember 1970 geschlossenen &#8220;Warschauer Vertrag&#8221; mit Leben zu erf\u00fcllen; so wie es Bundeskanzler Willy Brandt nach Unterzeichnung des Vertrages in einem Appell an die B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger Deutschlands und Polens gefordert hatte. Auch sollte die Arbeit des Arbeitskreises einen verbindlicheren Rahmen erhalten.<\/p>\n<p>d.h. die ehemaligen deutschen Ostgebiete<\/p>\n<p>Ziel der Gesellschaft war es, die Verst\u00e4ndigung zwischen dem deutschen und dem polnischen Volk und die zwischenmenschlichen Beziehungen zu f\u00f6rdern.<\/p>\n<p>Die neu gegr\u00fcndete Gesellschaft wandte sich mit dem Aufruf &#8220;Friede mit Polen&#8221; an die Hamburger Bev\u00f6lkerung; dieser Aufruf wurde von namhaften Pers\u00f6nlichkeiten des hamburgischen \u00f6ffentlichen Lebens unterzeichnet, darunter u.a. dem Pr\u00e4sidenten der Hamburgischen B\u00fcrgerschaft Herbert Dau und mehreren Senatoren des Hamburger Senats. Der Aufruf trug die &#8220;Handschrift&#8221; des langj\u00e4hrigen Vorsitzenden und Ehrenvorsitzenden der Hamburger Gesellschaft Dr. Hanno Jochimsen.<\/p>\n<p>Schon sehr bald nach der Gr\u00fcndung war die Gesellschaft ein Sammelpunkt gemeinsamen Interesses f\u00fcr Mitglieder aller drei damals im Deutschen Bundestag vertretenen Parteien. Sie fanden sich zu gemeinsamer Arbeit bereit, um einen Konflikt \u00fcberwinden zu helfen, der damals genau 200 Jahre alt war.<\/p>\n<p>Als Leitmotive galten damals:<\/p>\n<p>Das Verh\u00e4ltnis zwischen Polen und Deutschen sollte nicht Gegenstand innerer politischer Konfrontation sein.<\/p>\n<p>Die unterschiedlichen Gesellschaftsordnungen zwischen der Volksrepublik Polen und der Bundesrepublik Deutschland d\u00fcrfen keine Ausrede daf\u00fcr sein, f\u00fcr die Verst\u00e4ndigung zwischen Polen und Deutschen nicht zu arbeiten. Die historischen Fehler des nichtmiteinander Sprechens, des nicht aufeinander Zugehens, die schlie\u00dflich im Inferno des 2. Weltkrieges endeten, d\u00fcrfen nicht wiederholt werden. Wenn der Friede in Europa gesichert werden soll, dann ist ein ertr\u00e4gliches Verh\u00e4ltnis zwischen Polen und Deutschen wesentliche Voraussetzung.<\/p>\n<p>In der Gr\u00fcndungsphase der Gesellschaft gab es den Versuch, die Hamburger Initiative als Untergliederung in die damals bereits existierende Deutsch-Polnische Gesellschaft D\u00fcsseldorf (sp\u00e4ter: Deutsch-Polnische Gesellschaft der Bundesrepublik Deutschland) zu integrieren. Dies wurde aber von den Hamburger Initiatoren abgelehnt, weil eine eigenst\u00e4ndige und nicht in irgendeiner Weise fremdbestimmte Arbeit vor Ort in Hamburg begr\u00fcndet werden sollte.<\/p>\n<p>Nach dem die norddeutschen Gesellschaften, die sich 1973 zu einer losen Arbeitsgemein-schaft mit regelm\u00e4\u00dfigen Treffen in Bad Segeberg zusammen gefunden hatten, Ende der 70er Jahre in Hamburg die Initiative ergriffen hatten, ein deutsch-polnisches Jugendwerk nach dem Vorbild des Deutsch-Franz\u00f6sischen Jugendwerks zu gr\u00fcnden und bereits ein Satzungsentwurf vorlag, wurden die Gr\u00fcndungsgesellschaften von der Botschaft der Volksrepublik Polen massiv kritisiert und diese Gr\u00fcndung als unfreundlicher Akt gegen\u00fcber Polen bezeichnet. Anschlie\u00dfend wurden die Gesellschaften von polnischer Seite (Botschaft und West-Institut Pozna\u0144) aufgefordert, Aktivit\u00e4ten in Richtung Polen nur noch \u00fcber die DPG der Bundesrepublik resp. \u00fcber das West-Institut in die Wege zu leiten. Dieser massive Eingriff ihre Souver\u00e4nit\u00e4t wurde von den Gesellschaften entschieden zur\u00fcckgewiesen.<\/p>\n<p><a title=\"Weiter...\" href=\"https:\/\/dpg.hamburg\/?page_id=164\">Weiter&#8230;<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>2. Entstehungsgeschichte der DPG Hamburg Die Deutsch-Polnische Gesellschaft Hamburg e.V. (DPG Hamburg) wurde am 5. 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