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Deutsche Requien des Barock Konzert zum Palmsonntag | 25. März 2018 – 18Uhr | Christ-König-Kirche

25. März 2018 @ 18:00 - 21:00

25. März 2018 – 18 Uhr
Christ-König-Kirche
Deutsche Requien des Barock
Konzert zum Palmsonntag
Kantorei Lokstedt
Norddeutsches Barock-Collegium
Violine: Renate Gentz
Oboe, Blockflöte 1: Renate Hildebrand
Blockflöte 2: Anke Nickel
Gambe: Simone Eckert, Tore Wiedenmann
Violone: Gabriele Nogalski
Violoncello: Birte Schultz
Fagott: Yvonne Hof
Orgel: Anke Dennert
Sopran: Franziska Seibold
Alt: Stephanie Klein
Tenor: Stephan Zelck
Bariton: Immanuel Klein
Leitung: Christian Hanschke
Andreas Hammerschmidt
1611–1675
Also hat Gott die Welt geliebt:
Motette für 6-stimmigen Chor und Basso continuo
Also hat Gott die Welt geliebet,
dass er seinen eingebornen Sohn gab,
auf dass alle, die an ihn glauben,
nicht verloren werden,
sondern das ewige Leben haben.
Denn Gott hat seinen Sohn
nicht gesand in die Welt,
dass er die Welt richte,
sondern dass die Welt durch ihn selig werde.
Also hat Gott die Welt geliebet.
Georg Philipp Telemann
1681–1767
Du aber, Daniel, gehe hin
Trauer-Kantate für Sopran, Bass, Chor, Flöte, Oboe, Violine, zwei Violen da gamba
und Basso continuo
Coro
Du aber, Daniel, gehe hin,
bis das Ende komme und ruhe,
auf dass du aufstehest
zu deinem Teil am Ende der Tage.
Recitativo (Basso)
Mit Freuden folgt die Seele
so einem lieblichen Befehle,
zumal, da auf der ganzen Welt nichts ist,
das ein rechtschaffner Christ
für seine Ruh und Glücke hält.
Mit Freuden greift sie zu,
wenn ihr der Tod die kalten Hände beut,
sie weiß, er bringt den müden Leib zur Ruh;
drum ist sie schon bereit,
der Welt aus diesem Leben
den Abschied ganz vergnügt zu geben.
Aria (Basso)
Du Aufenthalt der blassen Sorgen,
verhasste Welt zu guter Nacht.
Accompagnato
Du bist ein ungestümes Meer,
das uns an keinen Hafen stellt,
ein Kerker, der uns hart gefangen hält,
ein Labyrinth,
wo man in seiner Not kein Ende findt,
ein Lazareth, wo man nur siech und krank,
ein wüster Ort, wo stets ein kläglicher Gesang
in die erschocknen Ohren fällt.
Arioso
Komm, sanfter Tod, du Schlafes Bruder,
komm, löse meines Schiffleins Ruder
und führe meines Lebens Kahn
ans Land der guten Hoffnung an,
wo stete Ruh und Freude lacht.
Recitativo
Im Himmel ist der Sitz vollkommner Freuden,
wo Jesus selber will auf Rosen weiden,
und darauf geht mein Sinn,
drum fahre Welt und alles hin.
Da capo Aria
Recitativo, Aria (Soprano)
Mit sehnendem Verlangen
erwartet man also den letzten Blick der Zeit,
dass Jesus in der Seligkeit
uns möge bald, so wie wir ihn, umfangen.
Brecht, ihr müden Augenlieder,
sinket, ihr erstarrten Glieder,
denn so kommt mein Geist zur Ruh.
Kommt, ihr Engel, tragt die Seele
aus des Leibes Jammerhöhle
nach der Burg des Himmels zu.
Recitativo (Basso)
Dir ist, hochsel’ger Mann,
dies Glück geschehen:
du gottgeliebter Daniel,
bist nun der Sterblichkeit entrissen,
dich lacht itzt stetge Ruhe an.
Dein Geist kann seinen Heiland sehen,
der dich anjetzt wird in die Arme schließen.
Zwar schauen wir mit Seufzen und mit Sehnen
die schwarze Totenbahre an,
dieweil mit dir die Krone,
so uns hat bedeckt, geziert, beglückt,
ist in des Todes Staub gefallen.
Doch hemmet dieses unsre Tränen,
dass dich die Lebenskrone
vor Gottes hohem Throne
mit aller Pracht des Himmels schmückt,
drum rufen wir dir noch bei deiner Ruh,
die halb gebrochnen Worte zu:
Coro
Schlaft wohl, ihr seligen Gebeine,
schlaft wohl, bis euch der Heiland wieder weckt.
Müsst ihr gleich die Verwesung sehen,
bleibt dennoch euer Ruhm bestehen,
den weder Staub noch Moder deckt.
Schlaft wohl, ihr seligen Gebeine,
schlaft wohl, bis euch der Heiland wieder weckt.
Wir danken dem Freundeskreis für Musik Lokstedt
für die finanzielle Unterstützung dieses Konzertes.
Georg Philipp Telemann
Concerto in a minor TWV 43:a3 für Flöte, Oboe, Violine und Basso continuo
Johann Sebastian Bach
1675–1750
Gottes Zeit ist die allerbeste Zeit
Actus tragicus / BWV 106
Coro
Gottes Zeit,
ist die allerbeste Zeit
In ihm leben und sind wir,
solange er will.
in ihm sterben wir zur rechten Zeit,
wenn er will.
Arioso (Tenore)
Ach Herr,
lehre uns bedenken,
dass wir sterben müssen,
auf dass wir klug werden.
Arioso (Basso)
Bestelle dein Haus;
denn du wirst sterben und nicht lebendig bleiben!
Coro, Arioso
Es ist der alte Bund: Mensch,
du musst sterben!
Ja, komm, Herr Jesu!
Aria (Alto)
In deine Hände befehl ich meinen Geist;
du hast mich erlöset,
Herr, du getreuer Gott.
Arioso (Basso) e Corale
Heute wirst du mit mir im Paradies sein.
Corale (Alto)
Mit Fried und Freud ich fahr dahin
in Gottes Willen,
getrost ist mir mein Herz und Sinn,
sanft und stille.
Wie Gott mir verheißen hat:
der Tod ist mein Schlaf worden.
Coro
Glorie, Lob, Ehr und Herrlichkeit
sei dir, Gott Vater und Sohn bereit‘,
dem heilgen Geist mit Namen!
Die göttlich Kraft
macht uns sieghaft
durch Jesum Christum, Amen.
Andreas Hammerschmidt – ein geschaftstuchtiger Musiker
In den Wirren des Dreißigjährigen Krieges musste die Familie Hammerschmidt wegen ihres
protestantischen Glaubens von Böhmen nach Sachsen fliehen. Nach einer ersten
Anstellung in Freiberg/Sachsen hat Andreas viele Jahre als Kirchenmusiker an St. Johannis
in Zittau gewirkt. Er war ein von seinen Zeitgenossen sehr hoch geschätzter Musiker und
Komponist, darüber hinaus auch wirtschaftlich durchaus erfolgreich. Sein Lebensradius
reichte nicht über die Zentren Sachsens hinaus. Dennoch lassen sich in seinen Werken
Einflüsse italienischer Kompositionsweisen entdecken, wie die Mehrchörigkeit. Auch in der
6-stimmigen Motette „Also hat Gott die Welt geliebt“ kann man Ansätze dazu finden. Die
sechs Stimmen werden immer wieder in Gruppen aufgeteilt: Ober- und Unterchor oder vier
Unterstimmen plus zwei konzertierende Sopranstimmen. Hammerschmidts Werke sind
meist sehr klar und kraftvoll, haben eine gute Textverständlichkeit und eine positive
Ausstrahlung, über die wir uns auch heute immer wieder wundern können, wenn man an
die Schrecken des Dreißigjährigen Krieges denkt, der das Leben der Menschen in dieser
Zeit sehr geprägt haben muss.
Daniel wer?
Eine Trauer-Kantate, in der immer wieder von einem Daniel die Rede ist, was hat es damit
auf sich? Für wessen Trauerfeier Telemann die Kantate „Du aber, Daniel, gehe hin“
geschrieben hat, wissen wir nicht. Der textliche „Aufhänger“ dieses Werkes stammt aus
den letzten Zeilen des Propheten-Buches Daniel im Alten Testament, das uns eher durch
Geschichten wie „Daniel in der Löwengrube“ und die „Jünglinge im Feuerofen“ bekannt ist.
Der Ruhm Daniels und die Aussicht auf Auferstehung werden auf den Verstorbenen
übertragen. Was uns heute besonders anspricht, sind die wunderbaren Klangfarben, die
Telemann mit der kammermusikalischen, zarten Instrumentierung erzielt und die tröstlichen
Bilder, die die Texte entwerfen. Der Tod als Schlaf, als Ausruhen nach allem, was uns im
Leben beschwert hat. Text und Musik gehen in diesem Werk eine wunderbare Verbindung
ein.
„Ein Geniewerk, wie es auch großen Meistern nur selten gelingt“
Mit diesen Worten beschreibt einer der bedeutendsten Bachforscher die Trauer-Kantate
„Gottes Zeit ist die allerbeste Zeit“, die Bach im Alter von 22 Jahren komponiert hat. Er
wirkte zu der Zeit am Hof des Fürsten von Sachsen-Weimar. Schon die Besetzung des
Instrumental-Ensembles ist ungewöhnlich: 2 Gamben, 2 Blockflöten und Bassgruppe. Der
daraus resultierende Klang ist pastellfarben, tröstlich und leicht. Die Textzusammenstellung
hat Bach wohl selbst vorgenommen. Sehr gekonnt lösen sich Texte aus dem alten und
neuen Testament ab, kommentieren sich und bekommen durch damals bekannte
Choralmelodien eine weitere Dimension. Ein Beispiel: Der tiefe Chor singt in schweren
Tonschritten „Es ist der alte Bund: Mensch, du musst sterben“. Darüber erhebt sich leicht
der Sopran „Ja, komm Herr Jesu!“. Eingestreut in diesen Dialog erklingt hell in der Flöte der
Choral „Ich hab mein Sach Gott heimgestellt“. Am Ende dieses Satzes werden nach einem
dissonanten Akkord die Tonwiederholungen in der Continuogruppe immer leiser und
ersterben am Ende wie der Herzschlag im Moment des Todes. Zart singt der Sopran die
Worte „Herr Jesu“, wir stehen vor unserem Schöpfer. Die Kantate klingt mit einem
jubelnden Chor aus: „Durch Jesum Christum, Amen“. Er singt von der fröhlichen
Verheißung der Auferstehung.
Texte: Christian Hanschke

Details

Datum:
25. März 2018
Zeit:
18:00 - 21:00
Veranstaltungskategorien:
,

Veranstaltungsort

Ev.- Luth. Christ-König-Kirche
Bei der Lutherbuche 36
Hamburg, Hamburg Deutschland
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