{"id":170,"date":"2014-10-01T00:34:41","date_gmt":"2014-09-30T23:34:41","guid":{"rendered":"http:\/\/aktuell.dpg.hamburg\/?page_id=170"},"modified":"2015-12-09T15:48:15","modified_gmt":"2015-12-09T14:48:15","slug":"5-rolle-der-deutsch-polnischen-gesellschaften-vor-und-nach-1989-blick-in-die-zukunft","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/dpg.hamburg\/fr\/dpg-geschichte\/5-rolle-der-deutsch-polnischen-gesellschaften-vor-und-nach-1989-blick-in-die-zukunft\/","title":{"rendered":"5. Rolle der Deutsch-Polnischen Gesellschaften vor und nach 1989 \/ Blick in die Zukunft"},"content":{"rendered":"<p>5. Rolle der Deutsch-Polnischen Gesellschaften vor und nach 1989 \/ Blick in die Zukunft<\/p>\n<p>Die Verbindungen der DPG Hamburg haben sich nicht nur auf die offiziellen Kontakte konzentriert, sondern waren durch eine Vielzahl zwischenmenschlicher Beziehungen gepr\u00e4gt, die sich \u00fcber die Jahre entwickelt hatten. Diese Kontakte haben die Arbeit der verantwortlichen Vorstandsmitglieder ma\u00dfgeblich bestimmt und dazu beigetragen, dass Ans\u00e4tze von Resignation \u00fcber mangelnde Unterst\u00fctzung, versuchte Einflussnahme und Ignoranz nicht zur Aufgabe f\u00fchrten. Unser Leitsatz lautet vielmehr: Wer die Entwicklung der Beziehungen zwischen Polen und Deutschen f\u00f6rdern will, braucht einen langen Atem oder mit Stanislaw Jerzy Lec Aphorismus \u00ab\u00a0Wer zur Quelle will, muss gegen den Strom schwimmen\u00a0\u00bb.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend die Beziehungen der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Hamburg in der Zeit bis zur Wende in Polen mehr durch offizielle Kontakte (wie z. B. zum Polnischen Au\u00dfenministerium, zur Presseagentur Interpress, zum West-Institut Pozna\u0144, zur Front der Nationalen Einheit u.a.) bestimmt waren, entwickelte sich die Zusammenarbeit nach 1989 &#8211; wie schon dargestellt &#8211; in erster Linie in Richtung von gesellschaftlichen Vereinigungen mit gleichen Zielsetzungen.<\/p>\n<p>Selbstverst\u00e4ndlich haben die gegenw\u00e4rtig leider immer noch zu sp\u00fcrenden Verstimmungen auch die Arbeit der DPG Hamburg beeinflusst; dies ist sowohl allgemein bei unseren Veranstaltungen, aber insbesondere bei einem Mitgliedergespr\u00e4ch zum Thema \u00ab\u00a0Zentrum gegen Vertreibungen\u00a0\u00bb im M\u00e4rz 2004 deutlich geworden. Viele Mitglieder empfinden die Aktivit\u00e4ten aus Kreisen der Vertriebenen als unertr\u00e4gliche Provokation, die das deutsch-polnische Verh\u00e4ltnis stark belastet. Dies gilt insbesondere f\u00fcr die unverantwortlichen Aktivit\u00e4ten der \u00ab\u00a0Preu\u00dfischen Treuhand\u00a0\u00bb mit ihren Grundst\u00fccks- und Verm\u00f6gensanspr\u00fcchen gegen\u00fcber Polen. Die Menschen, die sich seit Jahrzehnten f\u00fcr die Auss\u00f6hnung und Zusammenarbeit zwischen Deutschen und Polen einsetzen, treffen diese zweifelhaften Initiativen besonders schmerzlich.<\/p>\n<p>Die DPG Hamburg hat gemeinsam mit anderen B\u00fcrgerinitiativen gleicher Pr\u00e4gung sicherlich ma\u00dfgeblich dazu beigetragen, dass das deutsch-polnische Verh\u00e4ltnis sich nach der Wende so positiv entwickelt hat. Sie hat in ihrer \u00fcber 30j\u00e4hrigen Geschichte durch ihre zahlreichen Veranstaltungen vieltausendfach den Dialog zwischen den Menschen beider L\u00e4nder erm\u00f6glicht, so dass gegenseitig bei vielen Menschen Vorurteile abgebaut und Vertrauen geschaffen werden konnten. Dieses Vertrauen bildet die Grundlage f\u00fcr ein friedvolles Miteinander in der Zukunft.<br \/>\nDas Interesse an Polen als Mitglied der Europ\u00e4ischen Union ist ohne Zweifel st\u00e4rker geworden; das l\u00e4sst sich nicht nur ganz allgemein feststellen, sondern wird auch bei bestimmten Aktivit\u00e4ten der DPG Hamburg deutlich. So finden beispielsweise die von der Gesellschaft organisierten Studienfahrten seit mehreren Jahren wieder ein steigendes Interesse. Der Besuch unserer Informations- und Diskussionsveranstaltungen hingegen k\u00f6nnte &#8211; von Ausnahmen abgesehen &#8211; besser sein.<\/p>\n<p>Ein Traum ist am 1. Mai 2004 Realit\u00e4t geworden &#8211; Polen ist Mitglied der Europ\u00e4ischen Union und hat den Platz gefunden, den es f\u00fcr sich selbst immer gesehen hat, n\u00e4mlich als Land im Zentrum Europas. Mit den anderen Beitrittsl\u00e4ndern beginnt f\u00fcr Polen, f\u00fcr Deutschland und f\u00fcr Europa nun eine neue Zeit:<\/p>\n<p>eine Zeit,<br \/>\ndie alle Menschen in Europa vor neue Herausforderungen stellt,<\/p>\n<p>eine Zeit,<br \/>\ndie durchaus auch noch manche Probleme mit sich bringt, die wir gemeinsam bew\u00e4ltigen m\u00fcssen,<\/p>\n<p>eine Zeit,<br \/>\nin der es auch noch so manchen Stolperstein zu beseitigen gilt,<br \/>\nwenn die deutsch-polnische Nachbarschaft sich weiter entwickeln soll,<\/p>\n<p>aber auch eine Zeit,<br \/>\ndie uns vielf\u00e4ltige neue Chancen im zwischenmenschlichen Miteinander, in der wirtschaftlichen,<br \/>\n\u00f6kologischen und kulturellen Entwicklung bietet, die wir nutzen sollten.<\/p>\n<p>Eine gute Zusammenarbeit und die Pflege freundschaftlicher Beziehungen zwischen den Menschen unserer beiden L\u00e4nder muss sich im t\u00e4glichen Leben immer wieder aufs Neue bew\u00e4hren.<\/p>\n<p>Deshalb m\u00fcssen wir die Arbeit unserer Gesellschaft mit ihrer vielf\u00e4ltigen Bandbreite von Informationsveranstaltungen \u00fcber Studienfahrten bis zu verst\u00e4rktem Austausch von Hamburger und polnischen Schulen und Arbeitsprogrammen f\u00fcr polnische Studentinnen und Studenten in Hamburg mit gleicher Intensit\u00e4t fortsetzen wie bisher.<\/p>\n<p>F\u00fcr die weitere friedliche Entwicklung auf unserem Kontinent ist es von gro\u00dfer Bedeutung, dass sich alle L\u00e4nder Europas an dieser Entwicklung beteiligen k\u00f6nnen, wenn sie es wollen. Die j\u00fcngste Entwicklung in der Ukraine macht sehr deutlich, welche gro\u00dfe Bedeutung die Europ\u00e4ische Union auch f\u00fcr die demokratische Entwicklung eines Landes hat, das seinen Platz in der V\u00f6lkergemeinschaft offensichtlich noch sucht. Gerade wegen des starken Engagements der DPG Hamburg in der s\u00fcdostpolnischen Region Podkarpackie seit Ende der 70er Jahre beobachten wir diese Entwicklung mit gro\u00dfer Aufmerksamkeit.<\/p>\n<p>Anmerkung Dem Arbeitspapier IX der \u00ab\u00a0Kopernikus-Gruppe\u00a0\u00bb \u00ab\u00a0Sorge um die deutsch-polnischen Beziehungen. Bedarf an Vernunft\u00a0\u00bb ist nach Auffassung der DPG Hamburg im \u00fcbrigen nichts hinzuzuf\u00fcgen. Es macht die Fehler der Politik deutlich, nicht rechtzeitig pr\u00e4ventiv t\u00e4tig geworden zu sein, obwohl es Hinweise auf eine Polarisierung der jetzt noch zus\u00e4tzlich von manchen Medien \u00ab\u00a0hoch gekochten\u00a0\u00bb Probleme gegeben hat. Der verantwortungslosen Handlungsweise mancher Medien muss wesentlich entschiedener begegnet werden als bisher, auch durch Nennung der \u00ab\u00a0Brandstifter\u00a0\u00bb, die ein gef\u00e4hrliches populistisches Spiel betreiben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>5. 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