{"id":4237,"date":"2021-02-25T00:59:25","date_gmt":"2021-02-24T23:59:25","guid":{"rendered":"https:\/\/dpg.hamburg\/?p=4237"},"modified":"2021-03-02T17:50:33","modified_gmt":"2021-03-02T16:50:33","slug":"online-denk-mal-an-polen-am-25-februar-2021-von-17-19-uhr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dpg.hamburg\/fr\/Beitr\u00e4ge\/fremdveranstaltung\/online-denk-mal-an-polen-am-25-februar-2021-von-17-19-uhr\/","title":{"rendered":"ONLINE: \u201eDENK MAL AN POLEN\u201c am 25. Februar 2021 von 17-19 Uhr"},"content":{"rendered":"<p>An die Mitglieder der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Berlin, unseren Freundeskreis in Berlin und Umgebung sowie die hier lebenden polnischen B\u00fcrger und alle aus beiden L\u00e4ndern, die in Berlin studieren!<br \/>\nDie Senatskanzlei von Berlin bittet Sie \/ Euch alle bei einer VIDEO-Veranstaltung mit einem prominent besetzten Podium zu dem Titel \u201eDENK MAL AN POLEN\u201c am 25. Februar 2021 von 17-19 Uhr online dabei zu sein. Die Veranstaltung hat ein nicht einfaches Thema zum Inhalt: Wie gestalten wir das Gedenken an die polnischen Opfer des Zweiten Weltkrieges, das den Erwartungen beider Seiten gerecht werden kann.<br \/>\nAuch wir, die wir uns seit fast 50 Jahren f\u00fcr die Verst\u00e4ndigung und Auss\u00f6hnung mit den polnischen Nachbarn einsetzen, haben uns auf das Thema als Deutsch-Polnischen Gesellschaft in der Hauptstadt vorbereitet.<br \/>\nWir werden unsere Vorstellungen von einem w\u00fcrdigen Ort des Gedenkens mitten in Berlin in die Diskussion einbringen und versuchen, hierf\u00fcr die Unterst\u00fctzung und Zustimmung vieler Menschen in der Stadt zu erreichen.<br \/>\nEine Veranstaltung der Berliner Senatskanzei und der edition fotoTapeta<\/p>\n<p><!--more-->DENK MAL AN POLEN<br \/>\nDenkmal, Dokumentation, Begegnung<br \/>\nDas \u201ePolen-Denkmal\u201c in Berlin<br \/>\nWas soll der Ort sagen? \u2013 Wo soll er entstehen? \u2013 Wie soll er aussehen? \u2013 Wer macht es?<br \/>\nDiskussion, Donnerstag, 25.02.2021, 17.00 Uhr \u2022 Webex<br \/>\nEine Veranstaltung der Berliner Senatskanzei und der edition fotoTapeta<br \/>\nNun zu der Veranstaltung der Senatskanzlei Berlin im Einzelnen:<br \/>\nDer Deutsche Bundestag hat im vergangenen Herbst den Beschluss zur Errichtung eines Ortes in Berlin gefasst, der an die Opfer von Krieg und deutscher Besatzung in Polen 1939 \u2013 1945 erinnern soll.<br \/>\nVor dem Hintergrund dieses Auftrages des Parlaments an die Regierung l\u00e4dt die Senatskanzlei Berlin zusammen mit dem Verlag edition.fotoTAPETA zu einer Online-Diskussion ein.<br \/>\nGru\u00dfwort: Sawsan Chebli, Bevollm\u00e4chtigte des Landes Berlin beim Bund und Staatssekret\u00e4rin f\u00fcr B\u00fcrgerschaftliches Engagement und Internationales<br \/>\n\u2022 Prof. Dr. Dieter Bingen, Politikwissenschaftler und Zeithistoriker, ehemaliger Direktor des Deutschen Polen-Instituts<br \/>\n\u2022 Manfred K\u00fchne, Leiter der Abteilung St\u00e4dtebau und Projekte, Senatsverwaltung f\u00fcr Stadtentwicklung und Wohnen Berlin<br \/>\n\u2022 Botschafter Rolf Nikel, Vorsitzender der Expertenkommission zur Implementierung der Bundestagsentschlie\u00dfung zum Erinnerungs- und Begegnungsort Polen, Ausw\u00e4rtiges Amt<br \/>\n\u2022 Dr. Zofia W\u00f3ycicka, Historikerin und Museumskuratorin, Deutsches Historisches Institut Warschau<br \/>\nModeration: Christoph von Marschall, Der Tagesspiegel, Berlin<br \/>\nDer Deutsche Bundestag hat am 30. Oktober 2020 nach einer Jahre w\u00e4hren-den \u00f6ffentlichen Auseinandersetzung einen Beschluss gefasst, in dem es hei\u00dft: \u201eDas Bewusstsein \u00fcber den besonderen Charakter der deutsch-polnischen Beziehungen mit dem Tiefpunkt der deutschen Besatzung und Kriegsf\u00fchrung in Polen zwischen 1939 und 1945 ist bis heute in Deutschland noch nicht hin-reichend ausgepr\u00e4gt. Es ist die Aufgabe Deutschlands, daf\u00fcr einen geeigne-ten, sichtbaren und zug\u00e4nglichen Ort zu schaffen.\u201c Das Parlament fordert die Bundesregierung nun auf, \u201ean prominenter Stelle in Berlin einen Ort zu schaffen\u201c, der \u201eden polnischen Opfern des Zweiten Weltkrieges und der nationalsozialistischen Besatzung Polens gewidmet ist und ein Ort der Begegnung und Auseinandersetzung mit der Geschichte ist\u201c<br \/>\nWie k\u00f6nnten Denkmal, Dokumentation und Begegnung zusammen wirken? Was w\u00e4re eine \u201eprominente Stelle\u201c in Berlin? Und wie entsteht nun das vom Parlament geforderte \u201egeeignete Konzept\u201c f\u00fcr all das?<br \/>\nIn der edition.fotoTAPETA erschien zum Thema von Dieter Bingen der Essay \u201eDENK MAL AN POLEN. Eine deutsche Debatte\u201c |ISBN 978\u20133\u2013940524\u201398\u20130 |82 Seiten | 9,50 \u20ac<br \/>\nVeranstalter: Senatskanzlei Berlin, Verlag edition fotoTAPETA<br \/>\nAnmeldung<br \/>\nTeilnehmen k\u00f6nnen Sie \u00fcber den Link: https:\/\/bit.ly\/3tCpypP und mit Meeting-Kennnummer beitreten.<br \/>\n\u2022 Meeting-Kennnummer (Zugriffscode): 183 121 9091<br \/>\n\u2022 Meeting Passwort: nRp9u (67798 \u00fcber Telefon- und Videosysteme)<\/p>\n<p>In eigener Sache<br \/>\nPressemitteilung der Deutsch-Polnischen Geselllschaft Berlin:<br \/>\nWohin mit dem Gedenkort f\u00fcr die polnischen Opfer des 2. Weltkrieges?<br \/>\nDie Deutsch-Polnische Gesellschaft Berlin schl\u00e4gt das Areal \u201eGeschichtspark Ehemaliges Zellengef\u00e4ngnis Moabit\u201c als Ort des Erinnerns f\u00fcr die polnischen Opfer des Zweiten Weltkriegs vor<br \/>\nNach einer jahrelangen gesellschaftlichen Debatte hat der Deutsche Bundes-tag am 30. Oktober 2020 einen Beschluss gefasst, einen Ort der Erinnerung und Begegnung zu schaffen, der dem Charakter der deutsch-polnischen Geschichte gerecht wird und zur Vertiefung der bilateralen Beziehungen bei-tr\u00e4gt.<br \/>\nDamit kam der Bundestag einer Anregung des damaligen Staatsministers und Deutschland-Beauftragten der polnischen Regierung, W\u0142adys\u0142aw Bartoszewski, nach, der sich schon 2013 f\u00fcr einen Gedenkort f\u00fcr die polnischen Opfer aus-gesprochen hatte, forderte die Bundesregierung nun auf, \u201e\u2026 an prominenter Stelle in Berlin einen Ort zu schaffen, der im Kontext des besonderen deutsch-polnischen Verh\u00e4ltnisses den polnischen Opfern des Zweiten Weltkrieges und der nationalsozialistischen Besatzung Polens gewidmet ist und ein Ort der Begegnung und Auseinandersetzung mit der Geschichte ist. Er soll Deutsche und Polen zusammenbringen und damit zur Vertiefung unserer Beziehungen, zur Verst\u00e4ndigung und Freundschaft sowie zum Abbau von Vorurteilen beitragen \u2026\u201c<br \/>\nMit diesem Beschluss geht der Bundestag \u00fcber die urspr\u00fcngliche Forderung nach einem Denkmal weit hinaus und fordert einen Ort, an dem auch Informa-tionen vermittelt und Begegnungen erm\u00f6glicht werden und das mit dem Ziel, zur Verst\u00e4ndigung beizutragen. \u00c4hnlich hatten es auch die im Bundesverband zusammengeschlossenen Deutsch-Polnischen Gesellschaften, dierund 3.000 in deutsch-polnischen Dingen aktiven Menschen vertreten, im November 2019 bereits gefordert. Wer nun versucht, sich die Realisierung dieses Beschlusses konkret vorzustellen, kommt schnell zu dem Eindruck, dass dieser Ort des Gedenkens einen richtigen Platz in der Stadt sucht.<br \/>\nNun w\u00e4re es sicher recht aussagekr\u00e4ftig, den Gedenkort als Kontrapunkt zum Vertreibungsprojekt am Askanischen Platz zu setzen, doch auf der Mittelinsel ist gerade mal Platz f\u00fcr einen Gedenkstein und hinter der vis-\u00e0-vis gelegenen Fassade des Anhalter Bahnhofes soll das Exilmuseum entstehen. Hier scheint es also nicht aussichtsreich, einen Gedenkort f\u00fcr die polnischen Opfer aufzu-bauen.<br \/>\nBei weiterer Umschau bietet sich das Gel\u00e4nde des Geschichtsparks auf dem Gel\u00e4nde des ehemaligen Zellengef\u00e4ngnis in Berlin-Moabit unmittelbar am Berliner Hauptbahnhof an. Vom K\u00f6nigreich Preu\u00dfen von 1842 bis 1849 als eines der modernsten Gef\u00e4ngnisse erbaut (statt Gemeinschaftszellen gab es 540 Einzelzellen nach dem Konzept \u201eL\u00e4uterung durch Isolation\u201c), war dessen Kirche im Jahr 1847 infolge des Aufstandes in der Provinz Posen Schauplatz des \u201ePolenprozesses\u201c (in Polen hei\u00dft er \u201eBerliner Prozess\u201c), der \u00f6ffentlich gegen 254 polnische B\u00fcrger wegen Hochverrats (was hier nur die Wieder-herstellung Polens in den Grenzen vor den Teilungen meinte). Im M\u00e4rz 1848 wurden die verurteilten Aufst\u00e4ndischen auf Druck der demonstrierenden Bev\u00f6l-kerung begnadigt und freigelassen. Gemeinsam mit begeisterten Berlinern zogen die polnischen Aufst\u00e4ndischen, darunter Ludwik Mieros\u0142awski (ein Revolution\u00e4r, der 1849 die badische Revolutionsarmee befehligte) und Karol Libelt (ein Wissenschaftler, der sich zeitlebens am polnischen Widerstand beteiligte), in einem Triumphzug vor das Stadtschloss.<br \/>\nLudwik Mieros\u0142awski hielt eine Rede, die auch heute noch bemerkenswert ist, weil sie der Intention des Bundestagsbeschlusses entspricht: \u201eNicht du, edles deutsches Volk, hast meinem ungl\u00fccklichen Vaterlande Fesseln geschmiedet; deine F\u00fcrsten haben es getan und sie haben mit der Teilung Polens ewige Schmach auf sich geladen. Und wie es j\u00fcngst noch f\u00fcr Euch und uns als Ver-brechen galt, nach des Vaterlandes Freiheit zu ringen, und wie sie uns darob, drau\u00dfen im Kerker, in eiserne Bande schlugen, so warst du es, hoch-herziges Volk, dessen Blut in diesen Tagen der Befreiung auch f\u00fcr unsere Freiheit floss. Wir danken Euch! Eure Freiheit ist unsere Freiheit, und unsere Freiheit ist die Eure!\u201d<br \/>\nDer preu\u00dfische K\u00f6nig Friedrich Wilhelm IV. best\u00e4tigte notgedrungen die Frei-lassung und verbeugte sich vor dem Demonstrationszug aus Berliner B\u00fcrgern und den befreiten Polen. Dieses Ereignis stand f\u00fcr die \u201ePolenbegeisterung\u201c jener Zeit.<br \/>\nDas Zellengef\u00e4ngnis hatte bis 1945 eine Geschichte bis hin zur Inhaftierung von Beteiligten und Verd\u00e4chtigten nach dem Attentat vom 20. Juli 1944. Nach 1945 nutzten die Alliierten die Haftanstalt. Ende der 1950er Jahre abgerissen, blieben lediglich Teile der Gef\u00e4ngnismauer und drei Beamtenwohnh\u00e4user erhalten. Danach diente das Gel\u00e4nde als Parkplatz f\u00fcr das nahegelegene Poststadion. Heute wird das Umfeld des Geschichtsparks mit Wohngebieten, Gewerbe und dem im Ausbau befindlichen Europaplatz zu einem zentralen Stadtviertel entwickelt.<br \/>\nDer Geschichtspark w\u00e4re an prominenter Stelle in Berlin gelegen ideal f\u00fcr den geplanten Gedenkort und Ort der Begegnung und Auseinandersetzung mit der Geschichte der Nachbarn Deutschland und Polen, wie es der Beschluss des Bundestages fordert. Das Gel\u00e4nde in \u00f6ffentlichem Besitz \u2013 gut erreichbar f\u00fcr Besucher aus Berlin, Deutschland und Polen \u2013 ist frei von jeglicher Bebauung und w\u00fcrde genug Platz f\u00fcr den Erinnerungs- und Begegnungsort bieten. Dieser sollte k\u00fcnftig auch ein Netzwerk von weiteren Orten sichtbar werden lassen, die mit der deutsch-polnischen Nachbarschaftsgeschichte verbunden sind. Dazu z\u00e4hlen das Denkmal f\u00fcr die ermordeten Juden Europas und das Denkmal f\u00fcr die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma, das interpretations-bed\u00fcrftige \u201eDenkmal des polnischen Soldaten und des deutschen Antifaschi-sten\u201c im Bezirk Friedrichshain, der Britische Soldatenfriedhof an der Heerstr., auf dem auch polnische Piloten begraben sind, die Gedenkst\u00e4tte Pl\u00f6tzensee und das Denkmal f\u00fcr die Soldaten der 1. Polnischen Armee, Division \u201eTadeusz Ko\u015bciuszko\u201c in Hohen Neuendorf, wie auch die Gedenkst\u00e4tte Sachsenhausen und die Mahn- und Gedenkst\u00e4tte Ravensbr\u00fcck.<br \/>\nDie Frage des Gedenkens und Erinnerns ist in den deutsch-polnischen Bezie-hungen von besonderer Bedeutung, stellte der Bundestag fest. Im Geschichts-park w\u00e4ren die Bedingungen gegeben, einen \u201esichtbaren und zug\u00e4nglichen Ort zu schaffen, der auch Platz der Begegnung von Deutschen und Polen sein sollte, der zur Vertiefung unserer Beziehungen und Freundschaft beitr\u00e4gt,\u201c wie es der Bundestag forderte.<br \/>\nWir wollen der Opfer gedenken, keine Frage. Doch wir wollen auch uns die Geschichte einer Nachbarschaft in Erinnerung rufen, vor der die S\u00e4tze von W\u0142adys\u0142aw Bartoszewski im Jahre 2013 erst verst\u00e4ndlich werden: \u201eIch glaube, die polnisch-deutschen Beziehungen geh\u00f6ren zur Welt der Wunder, positive Wunder der Europ\u00e4isierung der Menschen nach 1990. Die deutsch-polnischen Beziehungen haben so gro\u00dfe Fortschritte gemacht wie keine anderen in ganz Europa. Wir kennen keine zwei L\u00e4nder, die so weit aus der weiten Entfernung bei \u00dcberwindung der Kluft, der bestehenden psychologischen Kluft \u2026 so weit aufeinander zugegangen sind.\u201d<br \/>\nChristian Schr\u00f6ter, Vorsitzender der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Berlin<br \/>\nDr. Wolfram Meyer zu Uptrup, Stellv. Vorsitzender der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Berlin<br \/>\nBerlin, den 11.Februar 2021<br \/>\nRedaktion: Chr, Schr\u00f6ter Tel. 030 432 91 92 Mobil 0177 331 81 09 Email:cs@dpgberlin.de<\/p>\n<p>Alle Informationen auch auf unserer Website:<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.dpgberlin.de\/de\/2021\/wohin-mit-dem-gedenkort-fuer-die\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.dpgberlin.de\/de\/2021\/wohin-mit-dem-gedenkort-fuer-die\/<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Deutsch-Polnische Gesellschaft Berlin e. V.<\/p>\n<p>Schillerstr. 59<br \/>\n10627 Berlin<\/p>\n<p>Tel: +49 (0)30 713 89 213<br \/>\nFax: +49 (0)30 713 89 201<br \/>\nE-Mail: info@dpgberlin.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>An die Mitglieder der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Berlin, unseren Freundeskreis in Berlin und Umgebung sowie die hier lebenden polnischen B\u00fcrger und alle aus beiden L\u00e4ndern, die in Berlin studieren! 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