{"id":3770,"date":"2019-10-02T20:25:59","date_gmt":"2019-10-02T19:25:59","guid":{"rendered":"https:\/\/dpg.hamburg\/?p=3770"},"modified":"2019-10-04T14:39:45","modified_gmt":"2019-10-04T13:39:45","slug":"die-bischofskonferenz-veroeffentlichen-ein-gemeinsames-wort-aus-anlass-des-80-jahrestages-des-beginns-des-zweiten-weltkriegs","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dpg.hamburg\/nl\/Beitr\u00e4ge\/dpg-hamburg\/die-bischofskonferenz-veroeffentlichen-ein-gemeinsames-wort-aus-anlass-des-80-jahrestages-des-beginns-des-zweiten-weltkriegs\/","title":{"rendered":"DIE BISCHOFSKONFERENZ &#8211; ver\u00f6ffentlichen ein gemeinsames Wort aus Anlass des 80. Jahrestages des Beginns des Zweiten Weltkriegs"},"content":{"rendered":"<p><strong>GEMEINSAMES WORT DER POLNISCHEN UND DEUTSCHEN BISCHOFSKONFERENZ <\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Die Deutsche Bischofskonferenz und die Polnische Bischofskonferenz ver\u00f6ffentlichten ein gemeinsames Wort aus Anlass des 80. Jahrestages des Beginns des Zweiten Weltkriegs, der mit dem Angriff des nationalsozialistischen Deutschland auf Polen in den Morgenstunden des 1. September 1939 seinen Anfang nahm. Dieses wichtige und lesenswerte Dokument ist von den Vorsitzenden der Bischofskonferenzen, Kardinal Reinhard Marx und Erzbischof\u00a0 Dr. Stanis\u0142aw G\u0105decki, sowie den Co-Vorsitzenden der Kontaktgruppe der Polnischen und der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Ludwig Schick und Bischof\u00a0 Dr. Jan Kopiec, im August 2019 unterzeichnet. Der Text erinnert an die Gr\u00e4uel des Krieges und an die Etappen der Vers\u00f6hnung zwischen den V\u00f6lkern, zu der die Kirche wichtige Anst\u00f6\u00dfe gegeben habe. Abschlie\u00dfend mahnen die Bisch\u00f6fe, \u201emit den Fr\u00fcchten der Vers\u00f6hnung verantwortungsbewusst\u201c umzugehen und \u201esie nicht leichtfertig in politischem Interesse\u201c preiszugeben. Die Zukunft liege darin, \u201edie Einheit Europas, das auf christlichen Fundamenten errichtet ist, zu festigen und zu vertiefen\u201c.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Da wir die Stimmen unseren beiden Kirchen sehr sch\u00e4tzen, senden wir Ihnen im Anhang den vollen Text der Erkl\u00e4rung.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wir w\u00fcnschen Ihnen einen sch\u00f6nen, goldenen Herbst<\/p>\n<p>und gr\u00fc\u00dfen herzlich<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>F\u00fcr den Vorstand<\/p>\n<p>Viola Krizak<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em><\/p>\n<p><em>ANHANG<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em><\/p>\n<p><em>\u201eVor 80 Jahren begann das nationalsozialistische Deutschland den Zweiten Weltkrieg. Die ersten Bomben wurden am Freitag, den 1. September 1939 auf die Stadt Wielu\u0144 in Polen abgeworfen und verursachten schmerzhafte Verluste und Zerst\u00f6rungen. Viele Zivilisten wurden get\u00f6tet oder verletzt. Auch das Krankenhaus und seine wehrlosen Patienten waren betroffen. In Wielu\u0144 begann die entsetzliche Katastrophe des Zweiten Weltkrieges, die Polen und viele weitere Nationen heimsuchte. Am selben Tag griffen feindliche Schiffskanonen die Westerplatte an.<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em><\/p>\n<p><em>So wurde Polen das erste Opfer des Zweiten Weltkriegs und litt fast sechs Jahre lang unter der Besatzung, die mit unz\u00e4hligen Gr\u00e4ueltaten und der zerst\u00f6rerischen Politik der Vernichtung der polnischen Nation, insbesondere der j\u00fcdischen Bev\u00f6lkerung, einherging. <\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em><\/p>\n<p><em>Am 80. Jahrestag des Kriegsbeginns erinnern wir uns an sechs Millionen Polen, darunter drei Millionen Juden, die Opfer des verbrecherischen Nazisystems wurden. Wir sind uns des Schmerzes bewusst, den die Opfer und ihre Angeh\u00f6rigen erlitten haben und der bis heute zu sp\u00fcren ist. Der Krieg verursachte weiteres gro\u00dfes Unheil und menschliches Leid, insbesondere hervorgerufen durch Umsiedlungsma\u00dfnahmen: Millionen von Polen und dann auch von Deutschen wurden gezwungen, ihre H\u00e4user zu verlassen und eine neue Heimat zu suchen.<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em><\/p>\n<p><em>Um dieses Leid und die schmerzhaften Erinnerungen daran zu \u00fcberwinden, m\u00fcssen wir uns alle aufrichtig am Prozess der Vers\u00f6hnung zwischen unseren Nationen beteiligen. Daf\u00fcr sch\u00f6pfen wir Kraft aus dem Mut der polnischen Bisch\u00f6fe, die Deutschland und Polen 1965 dazu einluden, die Wahrheit entschlossen zu suchen und Wege der Vers\u00f6hnung zu beschreiten. Ihre Botschaft, von der besonders die Worte \u201eWir vergeben und bitten um Vergebung\u201c bekannt sind, schlug ein neues Kapitel in den Beziehungen zwischen unseren V\u00f6lkern auf, und die deutschen Bisch\u00f6fe haben die ihnen entgegengestreckte Hand dankbar angenommen. Heute bringen wir all denen, die diesen ehrlichen Dialog begonnen haben, unseren tiefen Respekt zum Ausdruck.<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em><\/p>\n<p><em>80 Jahre nach Beginn des Krieges kann die heutige Generation in Polen und Deutschland, ja in ganz Europa viele Ver\u00e4nderungen zum Guten erleben. Wir sind uns jedoch bewusst, dass mit den Fr\u00fcchten der Vers\u00f6hnung verantwortungsbewusst umgegangen werden muss; sie d\u00fcrfen nicht leichtfertig in politischem Interesse preisgegeben werden. Deshalb fordern wir in diesem besonderen Moment der Geschichte, dass unsere Beziehungen nie wieder von Gewalt, gegenseitigem Misstrauen oder Ungerechtigkeit gepr\u00e4gt sein d\u00fcrfen. Es liegt heute an uns, die Einheit Europas, das auf christlichen Fundamenten errichtet ist, zu festigen und zu vertiefen, trotz der historischen Unterschiede zwischen einzelnen Nationen und Staaten. Als Kirche betrachten wir dankbar die Initiativen, mit denen Polen und Deutschland \u2013 oft gemeinsam mit anderen Nach-barl\u00e4ndern \u2013 den Herausforderungen unserer Zeit begegnen. Wir appellieren an alle, aus der gemeinsamen Erinnerung an die von Gewalt und Unrecht belastete Vergangenheit und ebenso aus der Erinnerung an die ermutigenden Zeugnisse der Menschlichkeit Kraft und Inspiration f\u00fcr das weitere gemeinsame Handeln f\u00fcr Frieden und Einheit zu sch\u00f6pfen.<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em><\/p>\n<p><em>Dabei vertrauen wir auf die Hilfe Gottes, dem wir unsere Nationen und alle V\u00f6lker Europas sowie die ganze Erde anvertrauen. Wir rufen dazu auf, am 1. September in allen Gottesdiensten F\u00fcrbitte um Frieden in der Welt zu halten. Wir ersuchen auch alle Gl\u00e4ubigen, in ihren pers\u00f6nlichen Gebeten um die Beendigung aller Konflikte und Kriege, allen Terrors und aller Gewalt zu bitten und Frieden f\u00fcr alle Menschen zu erflehen. Maria, die K\u00f6nigin des Friedens, m\u00f6ge uns bei unseren Bitten und Gebeten mit ihrer F\u00fcrsprache bei ihrem Sohn Jesus Christus beistehen\u201c.<\/em><\/p>\n<ol start=\"31\">\n<li><em> August 2019<\/em><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>GEMEINSAMES WORT DER POLNISCHEN UND DEUTSCHEN BISCHOFSKONFERENZ \u00a0 Die Deutsche Bischofskonferenz und die Polnische Bischofskonferenz ver\u00f6ffentlichten ein gemeinsames Wort aus Anlass des 80. 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