{"id":2786,"date":"2018-02-17T17:47:48","date_gmt":"2018-02-17T16:47:48","guid":{"rendered":"http:\/\/aktuell.dpg.hamburg\/?p=2786"},"modified":"2018-02-17T17:49:31","modified_gmt":"2018-02-17T16:49:31","slug":"september-2017-potsdamer-appell-der-deutsch-polnischen-gesellschaften-an-die-deutsche-und-polnische-regierung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dpg.hamburg\/pl\/Beitr\u00e4ge\/dpg-hamburg\/september-2017-potsdamer-appell-der-deutsch-polnischen-gesellschaften-an-die-deutsche-und-polnische-regierung\/","title":{"rendered":"September 2017: Potsdamer Appell der Deutsch-Polnischen Gesellschaften an die deutsche und polnische Regierung"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"https:\/\/dpg.hamburg\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/dpgb-tagung2017.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-2788 alignleft\" src=\"https:\/\/dpg.hamburg\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/dpgb-tagung2017-300x300.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/dpg.hamburg\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/dpgb-tagung2017-300x300.png 300w, https:\/\/dpg.hamburg\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/dpgb-tagung2017-150x150.png 150w, https:\/\/dpg.hamburg\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/dpgb-tagung2017.png 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Pressemitteilung<\/strong><\/p>\n<p><strong><u>Potsdamer Appell der Deutsch-Polnischen Gesellschaften an die deutsche und polnische Regierung<\/u><\/strong><\/p>\n<p><strong>Polen und Deutschland f\u00fcr Frieden, Freiheit und gute Nachbarschaft <\/strong><br \/>\n<strong>in einem vereinten Europa<\/strong><\/p>\n<p>\u201eVers\u00f6hnung ist ein Wert, der leicht verloren gehen kann\u201c, schrieben im September 2017 Bisch\u00f6fe aus Polen in einem Hirtenbrief. Die Bisch\u00f6fe wiesen darauf hin, dass die Vers\u00f6hnung zwischen Deutschen und Polen nicht nur dank der Bem\u00fchungen von Politikern, sondern auch durch das starke Engagement vieler B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger guten Willens in beiden L\u00e4ndern erreicht wurde.<\/p>\n<p>F\u00fcr die guten Beziehungen auf allen Ebenen sind wir alle verantwortlich: Regierungen, gesellschaftliche Organisationen und jeder einzelne. Mit Sorge sehen die Deutsch-Polnischen Gesellschaften, dass die gro\u00dfen Fortschritte in den bilateralen Beziehungen immer mehr Schaden nehmen.<\/p>\n<p>In Deutschland wird den Bef\u00fcrchtungen vieler Polen um die Sicherheit Ihres Landes vor \u00e4u\u00dferer Bedrohung bisweilen mit Unverst\u00e4ndnis begegnet. Polens Sorgen, dass die Pipeline \u201eNord Stream 2\u201c Europa spalten und die Energieversorgung einiger EU-Mitgliedsstaaten in Zweifel ziehen k\u00f6nnte, sollten von der kommenden Bundesregierung ernst genommen werden. Wir ben\u00f6tigen einen offenen und ehrlichen Dialog \u00fcber eine gemeinsame europ\u00e4ische Fl\u00fcchtlings-, Verteidigungs- und Energiepolitik. Deutsche und Polen sind hier zu selbstkritischen Reflexionen aufgerufen. Niemand kann in solch kontroversen Themen und Diskussionen die alleinige Wahrheit beanspruchen. Die Qualit\u00e4t der deutsch-polnischen Zusammenarbeit misst sich nicht daran, dass wir zu allen Sachfragen immer von vornherein die gleichen Ansichten haben. Die Qualit\u00e4t der Kommunikation jedoch h\u00e4ngt davon ab, dass wir bereit sind, Argumenten des anderen die notwendige Aufmerksamkeit zu schenken und aufrichtig miteinander um gemeinsame L\u00f6sungen zu ringen.<\/p>\n<p>Umso mehr registrieren wir mit Besorgnis und auch Unverst\u00e4ndnis, dass die deutsch-polnische Zusammenarbeit in j\u00fcngster Zeit von politischen Akteuren und einigen Medien in Polen zunehmend in Frage gestellt werden. Best\u00fcrzt nehmen wir bei manchen ver\u00f6ffentlichten \u00c4u\u00dferungen eine antideutsche Rhetorik und einen r\u00fcckw\u00e4rtsgewandten Blick auf das gute deutsch-polnische Verh\u00e4ltnis wahr. Das gemeinsam Erreichte wird verschwiegen, verkannt oder gar als unwahr oder nicht existent dargestellt.<\/p>\n<p>Umgekehrt mahnen wir in Deutschland eine unvoreingenommene Behandlung sachlicher Positionen an, die aus Polen vorgetragen werden.<\/p>\n<p>Wir, die Mitglieder der Deutsch-Polnischen Gesellschaften, setzen uns seit \u00fcber vier Jahrzehnten f\u00fcr eine Verst\u00e4ndigung und enge Zusammenarbeit zwischen Deutschen und Polen ein. Dankbar erinnern wir auch heute noch an die Botschaft der polnischen Bisch\u00f6fe an ihre deutschen Amtskollegen: \u201eWir vergeben und bitten um Vergebung.\u201c. Seit Anbeginn setzen sich die Gesellschaften f\u00fcr eine wahr-haftige Sicht auf die gemeinsame Geschichte ein, in der unseren polnischen Nachbarn von deutscher Seite gro\u00dfes Leid zugef\u00fcgt wurde. Wahr ist allerdings auch, dass die deutsch-polnischen Beziehungen in vielen Jahrhunderten weitgehend gut und friedlich waren. Dies darf heute nicht vergessen gemacht werden.<\/p>\n<p>Wir erinnern uns gut an die Zeit der europ\u00e4ischen Teilung, als wir gegen politische Widerst\u00e4nde auf beiden Seiten Kontakte zu unseren Nachbarn aufbauten. Jenseits der gro\u00dfen Politik gelang es uns, viele Deutsche und Polen zusammenzubringen, gemeinsame Initiativen zu f\u00f6rdern, Vorurteile auf beiden Seiten abzubauen und Vertrauen und Wertsch\u00e4tzung f\u00fcreinander aufzubauen. Wie dankbar waren und sind wir heute noch, dass die polnischen Freunde uns Deutschen damals die Hand reichten.<\/p>\n<p>Mit gro\u00dfer Freude und Begeisterung haben wir den Weg unserer polnischen Freunde und Nachbarn zu einer demokratischen Gesellschaft und in die Europ\u00e4ische Union unterst\u00fctzt und begleitet. Endlich konnten wir auf der Basis gemeinsamer Werte und Haltungen gemeinsam f\u00fcr eine friedliche Zukunft handeln. Mit gro\u00dfer Sorge sehen wir aber, dass die Grundlagen unseres gemeinsamen Handelns drohen, zerst\u00f6rt zu werden. Die zunehmende Polarisierung der polnischen Gesellschaft und das damit einhergehende Klima von Misstrauen und Intoleranz tragen letztlich zu einer Schw\u00e4chung der Entwicklungsm\u00f6glichkeiten des Landes bei.<\/p>\n<p>In der gegenw\u00e4rtigen Zeit kommt den Zivilgesellschaften in Polen und in Deutschland eine gr\u00f6\u00dfere Verantwortung zu als jemals zuvor, wenn es um den Erhalt und den Ausbau von Vertrauen und der Zusammenarbeit zwischen Deutschen und Polen geht. Gerade jetzt sind die polnische und die deutsche Zivilgesellschaft, sind die zahlreichen an guter Zusammenarbeit Interessierten und die Engagierten aufgefordert, die Verbindungen auf allen Ebenen zu st\u00e4rken. Dabei werden eine Vielzahl von Vereinbarungen auf kommunaler, Woiwodschaft- und L\u00e4nderebene, die zahllosen Vereinbarungen auf Schul- und Hochschulebene und hunderte von Gemeinde- und St\u00e4dtepartnerschaften gebildet. Dazu geh\u00f6ren auch das Deutsch-Polnische Jugendwerk und viele deutsch-polnische Stiftungen und nicht zuletzt die Kooperationen im Wirtschafts- und Kulturbereich wie auch auf gesellschaftlicher Ebene die f\u00fcr die Menschen unserer beiden Nationen wichtigen Kontakte, ohne die es in dieser Zeit schlecht um unsere gegenseitigen Beziehungen st\u00fcnde. Dies ist die Solidarit\u00e4t, die heute gefordert und auf eine gemeinsame Zukunft von Deutschen und Polen ausgerichtet ist.<\/p>\n<p>Deutsche und Polen waren Nachbarn, sind Nachbarn und werden auch in Zukunft Nachbarn sein. Beide L\u00e4nder bilden die Mitte Europas. Sie stehen daher in der gemeinsamen Verpflichtung, sich immer wieder aufs Neue nicht nur im Interesse beider Nationen, sondern auch Europas f\u00fcr eine gute Nachbarschaft einzusetzen. Dabei m\u00fcssen die Werte einer demokratischen und offenen Gesellschaft und der gemeinsame Einsatz f\u00fcr Frieden und Freiheit in Europa auch in Zukunft das Fundament der deutsch-polnischen Beziehungen bleiben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Pressemitteilung Potsdamer Appell der Deutsch-Polnischen Gesellschaften an die deutsche und polnische Regierung Polen und Deutschland f\u00fcr Frieden, Freiheit und gute Nachbarschaft in einem vereinten Europa \u201eVers\u00f6hnung ist ein Wert, der [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[279,268,238,123,15],"tags":[37],"class_list":["post-2786","post","type-post","status-publish","format-standard","category-appell","category-deutsch-polnische-gesellschaft-bundesverband","category-deutsch-polnische-gesellschaft-hamburg-e-v","category-dpg-bundesverband","category-dpg-hamburg","tag-politische-verantwortung","czr-hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dpg.hamburg\/pl\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2786","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/dpg.hamburg\/pl\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dpg.hamburg\/pl\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dpg.hamburg\/pl\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dpg.hamburg\/pl\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2786"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/dpg.hamburg\/pl\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2786\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dpg.hamburg\/pl\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2786"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dpg.hamburg\/pl\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2786"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/dpg.hamburg\/pl\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2786"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}