Deutschen Kulturforums östliches Europa

2件の投稿

WANDERJAHRE OHNE LEHRE 27. April 2026 um 19.00 Uhr Mahnmal St. Nikolai

WANDERJAHRE OHNE LEHRE   Am 27. April 2026 um 19.00 Uhr laden wir Sie zu einem Vortrag von Dr. Hans-Ulrich Wagner zum Thema „Siegfried Lenz‘ Rundfunksendungen über Ostpreußen und Masuren, Flucht und Vertreibung“ ein, der ebenfalls in der Krypta des Mahnmals St. Nikolai, Willi-Brandt-Str. 60 stattfindet. Siegfried Lenz setzte seiner Heimat nicht nur literarische Denkmäler wie den humoristischen Erzählzyklus „So zärtlich war Suleyken“ und den Erinnerungsroman „Heimatmuseum“. Er widmete sich darüber hinaus in zahlreichen Hörspielen, Hörfolgen und Features dem Verlust von Heimat und dem Schicksal der Vertreibung. Vor allem die literarischen Anfänge von Siegfried Lenz waren aufs Engste verbunden mit den Kultur- und Nachtprogrammen der Rundfunkanstalten in den 1950er und 1960er Jahren. Hier erprobte der Journalist und Autor Siegfried Lenz neue Ausdrucksformen und widmete sich als junger Intellektueller den gesellschaftlichen Fragen der Nachkriegszeit. Im Vortrag werden bislang unbekannte Radio-Arbeiten vorgestellt, darunter „Wanderjahre ohne Lehre“ (1952), das sowohl die Abenteuergeschichte zweier hungriger Kinder im Nachkriegs-Königsberg ist als auch das politische Hörbild der „geschichtlichen Phasen der Leidensstationen des litauischen Volkes“; sowie „Ich suche meinen Namen“ (1954), die Geschichte des Flüchtlingskindes Olaf Martius, der aus einem Bremer Waisenhaus ausbricht, um in Masuren seinen richtigen Namen zu finden. Hans-Ulrich Wagner beleuchtet die frühen Sendungen von Siegfried Lenz im Kontext von dessen biografischer und literarischer Entwicklung. Dabei zeigt er auf, wie wichtig die Medienarbeit für die bundesrepublikanischen Schriftstellerinnen und Schriftsteller war. Dr. Hans-Ulrich Wagner ist Forschungsgruppenleiter am „Leibniz-Institut für Medienforschung | Hans-Bredow-Institut“ in Hamburg. In zahlreichen Publikationen beschäftigt er sich mit dem Verhältnis von Literatur und Rundfunk und stellt die Medienarbeit als Teil des literarischen Schaffens vor. Er ist Herausgeber der dreibändigen Edition „Rundfunkstücke“, die im Rahmen der „Großen Hamburger Werkausgabe“ von Siegfried Lenz im Verlag Hoffmann und Campe erschien. Zusammenarbeit der DPG Hamburg mit dem Mahnmal St. Nikolai und dem Deutschen Forum östliches Europa. Bitte anmelden unter: https://www.mahnmal-st-nikolai.de/veranstaltungen/wanderjahre-ohne-lehre/

Buchvorstellung: Literarischer Reiseführer Galizien − unterwegs in Polen und der Ukraine – Di, 2.9.2025, 19Uhr – Warburg-Haus

Buchpräsentation mit Autor Marcin Wiatr, Moderation Ariane Afsari Donnerstag, 2. September 2025, 19Uhr Warburg-Haus Heilwigstraße 116 20249 Hamburg Galizien ist fester Bestandteil des Habsburgermythos und Inbegriff weltverlorener Abgeschiedenheit, ostjüdischer Kulturtraditionen, kakanischer Lebensart und unbeschreiblicher Armut. Auch wenn es das supranationale Gebilde namens Habsburgermonarchie, zu dem Galizien zwischen 1772 und 1918 gehörte, nicht mehr gibt, lebt Galizien in der Literatur fort. Neben Leopold von Sacher-Masoch, Iwan Franko und Karl Emil Franzos befassten sich Joseph Roth, Bruno Schulz, Mascha Kaléko, Stanisław Vincenz, Józef Wittlin, Hnat Chotkewytsch, Zygmunt Haupt, Stanisław Lem und Isaak Babel mit galizischen Themen. In dieser Tradition stehen unter anderen Sophia und Juri Andruchowytsch, Andrzej Stasiuk, Olga Tokarczuk, Martin Pollack, Tanja Maljartschuk, Taras und Jurko Prochasko, Ziemowit Szczerek, Natalka Sniadanko, Maxim Biller. Das Buch führt an Orte europäischer Geschichte im Südosten Polens und im Westen der Ukraine. Die Streifzüge durch die naturräumliche, künstlerische und literarische Landschaft Galiziens von Krakau über Tarnow bis nach Brody sowie von Lemberg über Drohobytsch, Stanislau/Iwano-Frankiwsk und Boryslau bis nach Zakopane sind mit Karten und Bildern versehen. »Der Historiker Marcin Wiatr leitet den Leser durch diese Landschaft, die zu etwa gleichen Teilen zu Polen und der Ukraine gehört − durch die Berge, durch das jüdische Galizien, in Städte wie Krakau und Lemberg und in das Gebiet der einstigen Erdölförderung. Dabei breitet er einen bunten Teppich aus literarischen und historischen Zeugnissen aus. Namen leuchten auf, von Alfred Döblin und Mascha Kaleko in den Zwanzigerjahren bis zu Jurij Andruchowytsch […]. Praktische Hinweise sind knapp gehalten. Dafür wird der Genius Loci so wirksam herbeigezaubert, dass man Mühe hat, die Lektüre zu unterbrechen. Selbst Gorbatschow und Selenskyj tauchen auf. ›Literarischer Reiseführer‹ ist für diesen Führer wahrlich ein Understatement.« Gerhard Gnauck, FAZ Der Historiker und Germanist Marcin Wiatr ruft der Leserschaft ins Bewusstsein, dass Galizien historische Lektionen bereithält, die uns alle in Europa angehen. Eintritt frei, um Spenden wird gebeten! Bei einem anschließenden Umtrunk gibt es die Möglichkeit zum Kauf des Buches für 22 €. Oder hier Online kaufen. Eine Kooperationsveranstaltung der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Hamburg e. V., des Deutsch-Ukrainischen Kulturvereins e.V. und des Deutschen Kulturforums östliches Europa. Cover und Ausschnitt im Hintergrund: Landschaft bei Krynica, Gemälde von Nikifor (1895–1968). Öl, Aquarell, Gauche auf Karton, ©akg-images/Mondadori Portfolio/2004/MondadoriPortfolio