ANDRZEJ WAJDA RETROSPEKTIVE
Andrzej Wajda einer der bedeutendsten Filmregisseure Polens, wäre in diesem Jahr 100 geworden. In der Retrospektive, die von 4.09. bis 16.12. im Kino Metropolis (Kleine Theaterstraße 10) gezeigt werden, präsentieren wir 10 Filme, die wir als repräsentativ für sein Schaffen ausgesucht haben.
Die Filmaufführungen werden von der Plakatausstellung zu Wajdas Filmen aus der Sammlung der Kinematographie – Museums in Łódź, begleitet. Alle Termine finden Sie auch auf der Webseite des Kino Metropolis https://www.metropolis-hamburg.de/kalender?film=0 und der DPG HH: info@dpg-hamburg.de
Sie bekommen noch folgende Filme zu sehen:
Sa 10.10. 17.00 Uhr Der Mann aus Marmor 1976 DF, Einführung: Dominik Żurowski
Die Filmstudentin Agnieszka plant im Jahr 1976 ihren Abschlussfilm über die „Helden der Arbeit“ der 1950er Jahre und stößt bei ihren Recherchen auf die Marmorskulptur des Maurers Mateusz Birkut. In Gesprächen mit dem Dokumentarregisseur Jerzy Burski erfährt sie von Birkuts inszeniertem Rekord von 28.000 in einer Schicht verarbeiteten Ziegelsteine, der ihn zum „Helden der Arbeit“ machte. Nach einem dramatischen Absturz geriet er in Konflikt mit dem kommunistischen Regime, der ihn schließlich ins Gefängnis führte. Trotz der staatlichen Zensureingriffe gelang Wajda hier eine kompromisslose Abrechnung mit der stalinistischen Ära Polens.
So 11.10. 19.00 Uhr Der Mann aus Eisen 1983 DF, Einführung: Dominik Żurowski
Im Sommer 1981 soll der angepasste Reporter Winkler im Auftrag der Parteiführung belastendes Material über den Werftarbeiter und Solidarność-Funktionär Maciej Tomczyk sammeln. Seine unkritische Haltung gegenüber den Machthabern wird mit Winklers Begegnungen im Milieu der Solidarność schwer erschüttert, so dass er nach dem wahren Charakter des politischen Systems fragt. Das Drehbuch ist anhand von Zeitdokumenten, Augenzeugenberichten und Tonbandauszeichnungen entstanden. Der semidokumentarische Charakter des Films und seine politische Aktualität brachten Andrzej Wajda 1981 die goldene Palme im Cannes.
Mi 28.10. 19.00 Uhr Ohne Betäubung 1978 DF, Einführung: Elisabeth Kalina
Nach einer Auslandsreise erfährt der beliebte Journalist Jerzy Michałowski, dass seine Frau ihn verlassen hat, ausgerechnet wegen seines größten beruflichen Widersachers. Jerzy kann sich nicht damit abfinden. Zusätzlich bleibt die Anerkennung seiner Arbeit und Vorlesungen an der Universität aus. Und nicht genug, explodiert in seiner Wohnung auch noch der Gasherd. Jerzy stirbt – Unfall oder Selbstmord? Der Film zählt zu den wichtigsten Filmen des „Kinos der moralischen Unruhe“. Sehr realistisch gestaltet, kommt der Film ohne Musik aus. Charakteristisch ist eine scheinbar einfache Kameraführung. Er überzeugt durch seinen leidenschaftlichen Mut, die triste und dunkle Wirklichkeit der Volksrepublik Polen ungefiltert wiederzugeben.
Mi 4.11. 19.00 Uhr Korczak 1990 OmU, Einführung: Elisabeth Kalina
D·PL 1990, 115 min., mit Wojciech Pszoniak, Ewa Dałkowska, Teresa Budzisz-Krzyżanowska u.a.
Im Jahr 1940 ist Polen besetzt von Deutschland. Der renommierte Autor, Kinderarzt und Leiter eines jüdischen Waisenhauses, Janusz Korczak, muss mit seinen 200 Schützlingen und einigen Angestellten auf Befehl der nationalsozialistischen Besatzer in das Warschauer Ghetto umziehen. Als sie 1942 nach Treblinka. und damit in den sicheren Tod deportiert werden, verzichtet Korczak darauf sein eigenes Leben zu retten und begleitet seine Schützlinge in die Gaskammer. Der mit fast dokumentarischer Kamera in Schwarzweiß aufgenommene und mit Originalaufnahmen aus der Zeit der deutschen Besatzung unterlegte Film, setzt einem außergewöhnlichen Menschen ein filmisches Denkmal, dessen Leben und Handeln zur Legende wurden.
Mi 9.12. 19.00 Uhr Das Massaker von Katyn 2007 OmU, Einführung: Viola Krizak
Katyn wurde zum Symbol eines der größten Gewaltverbrechen des 2. Weltkrieges. Bis zu 25 000 polnische Offiziere, Polizisten, Intellektuelle, die nach sowjetischer Besatzung Ostpolens im Herbst 1939 interniert worden waren, wurden vom sowjetischen Geheimdienst erschossen. Von den Sowjets wurde das Massaker nach erfolglosen Versuchen, die Nazis für das Massaker verantwortlich zu machen, vollständig tabuisiert. Aber das Wissen um Katyn blieb im kollektiven Gedächtnis schmerzhaft verhaftet und belastet bis heute das polnisch-russische Verhältnis. Anhand von Zeitzeugenberichten und von Berichten unmittelbar von dieser Tragödie Betroffener wurden die historischen Geschehnisse rekonstruiert.
Mi 16.12. 19.00 Uhr Afterimage 2016 OmeU, Einführung: Rainer Mende
2016, 100 min., mit Boguslaw Linda, Aleksandra Justa u.a.
Der Film schildert die letzten Lebensjahre des Malers und Pioniers der polnischen Avantgarde Władysław Strzemiński (1893-1952), der sich nicht der damals geltenden Doktrin des sozialistischen Realismus beugte und persönlich die Folgen seiner Entscheidung auf dramatische Art und Weise ertragen musste. Er wurde von seinem Lehrstuhl an der Universität verwiesen und von den Wänden der Museen getilgt. Mit Hilfe von Studierenden nimmt er den Kampf gegen die Partei auf und wird zum Symbol des künstlerischen Widerstands. Das letzte Werk Wajdas ist eine beeindruckende und zugleich beklemmende Geschichte über einen charismatischen und unbeugsamen Künstler, den die kommunistische Regierung zu vernichten trachtete.
Für seine Verdienste um die Entwicklung der Filmkunst wurde er vielfach ausgezeichnet: Für sein Lebenswerk erhielt er den Oscar der US-amerikanischen Filmakademie. Außerdem wurde er mit dem Goldenen Ehren-Bären (Berlin), dem César (Frankreich) sowie dem Goldenen Löwen (Danzig) und der Goldenen Palme (Cannes) preisgekrönt.
POESIE UND POLNISCHE MUSIK
Wir laden sie zum Konzert „So klingt Poesie – polnische Musik, zu polnischen Gedichten“ ein, das am 21. November um 19:00 Uhr in dem Mendelssohn-Saal der HfMT Hamburg, Harvestehuder Weg 12, stattfindet.
Die Musik zu den Gedichten haben die größten klassischen Komponisten geschrieben wie
Fryderyk Chopin, Stanisław Moniuszko, Mieczysław Karłowicz, später Karol Szymanowski,
Ludomir Różycki u.a. Die ersten bedeutenden polnischen Kunstlieder stammen aus der Epoche der
Romantik. Sie orientieren sich stark an der klassischen westeuropäischen Liedtradition wie
den Liedern von Franz Schubert, aber sind durch polnische Folklore beeinflusst, was ihnen
ein eigenes Kolorit verleiht. Sie wurden für ausgebildete Opern- oder Konzertsänger und klassische Klavierbegleitung geschrieben. Die Gedichte, die vertont wurden, haben höchste literarische Qualität und wurden von bekannten polnischen Dichtern wie Jan Kochanowski, Józef Ignacy Kraszewski,
Adam Mickiewicz und Kazimierz Przerwa-Tetmajer verfasst.
Manche polnischen Komponisten haben auch Gedichte von ausländischen Dichtern vertont
wie z.B. Stanisław Moniuszko, der Musik zu Goethes „Kennst du das Land“ in der
Übersetzung von Adam Mickiewicz „Znasz li ten kraj“, komponiert hat.
Das polnische Kunstlied ist ein reichhaltiges, aber international noch immer wenig bekanntes
Repertoire der klassischen Musik. Im Konzert werden ausgewählte Werke von bekannten und weniger bekannten polnischen Komponisten von jungen KünstlerInnen von Culture Connects präsentiert.
Eintritt:
15€: Normalpreis
10€: ermäßigt für Schüler, Studenten, Berechtigte nach SGB, Mitglieder der DPG Hamburg
Reservierung und Vorverkauf von Karten unter der Mailadresse karten@culture-connects.de
sowie an der Abendkasse
Veranstalter: Förderverein Culture Connects e.V. Hamburg in Kooperation mit der Deutsch-
Polnischen Gesellschaft Hamburg e.V
Weitere Informationen unter: https://www.hfmt–
hamburg.de/hochschule/aktuelles/veranstaltungen/13423–2026–11–21–so–klingt–poesie
ANDREAS KOSSERT – ELSAS WELT
Andreas Kossert wird am 23.November um 18.00 Uhr im Gemeindesaal der St. Nikolai-Kirche am Klosterstern, aus seinem gerade erschienenen Buch „Elsas Welt“ lesen.
In seinem bislang persönlichsten Buch folgt Bestsellerautor Andreas Kossert den Spuren seiner Großmutter Elsa ins polnische Lodz – in eine Stadt, die für seine deutschen Vorfahren einst das „Gelobte Land“ war. Kossert erzählt die Geschichte seiner Familie vom Aufbruch der Kolonisten im 18. Jahrhundert über den rasanten Aufstieg zur Textilmetropole bis zu Elsas Alltag unter deutscher Besatzung im Zweiten Weltkrieg in erdrückender Nähe von Terror und Vernichtung. Nach Kriegsende erlebte sie Vertreibung, Lagerhaft und am Ende den Verlust ihrer Heimat.
Am Beispiel seiner Großmutter zeichnet er ein intimes Familienporträt, und wie nebenbei entsteht vor unseren Augen ein großes Panorama der Geschichte Mitteleuropas, erzählt mit großer Wucht und Sensibilität. Elsas Leben zwischen Hoffnung und Verlust jenseits nationaler Eindeutigkeiten steht beispielhaft für das große europäische Drama von Nationalismus und Krieg – und könnte damit kaum aktueller sein.
»Andreas Kossert folgt den Spuren seiner Großmutter mit der Akribie des Historikers und der Empathie des Enkels. ›Elsas Welt‹ ist das Plädoyer für ein Leben dazwischen: zwischen Ländern, Sprachen und Kulturen. Aus solchen Erzählungen sollte die Geschichte bestehen, die wir unseren Kindern unterrichten.« Karolina Kuszyk
Andreas Kossert ist ein deutscher Historiker, der für seine Arbeiten zur Geschichte Ostmitteleuropas, u.a. „Ostpreußen“, Kalte Heimat“, „Flucht“, Masuren“ bekannt wurde.
ADVENTSFEIER
Am Samstag, den 28. November laden wir Sie zu unserer traditionellen Adventsfeier in die Christ-König-Kirche in Lokstedt (Bei der Lutherbuche 36) ein.
Die vor weihnachtliche Veranstaltung beginnt um 16.00 Uhr in der Christ-König-Kirche mit dem öffentlichen Konzert des polnischen Quartetts GEBO (von der Ostseeküste), das eine Mischung aus Weihnachtsliedern und Liedern unterschiedlicher Nationen vorstellen wird. Polnische und ukrainische Klassik und Folklore sowie auch Klezmermusik aus Osteuropa sind Inspiration für ihre Arrangements und das mit einer sehr seltenen Instrumentalbesetzung – zwei Akkordeons, Violine und Klavier.
Das GEBO Quartett besteht aus konzertierenden Solisten und Kammermusikern, Absolventen der Musikakademie in Poznań/Posen und anschließendem Aufbaustudium in Deutschland und Österreich: Michał Chołka – Akkordeon, Łukasz Nowakowski – Akkordeon, Adam Vogelsinger – Violine und Olga Joanna Kowalczuk (Leiterin des Quartetts) – Klavier
Der Eintritt ist frei. Spenden werden erbeten.
Anschließend, laden wir Sie ab 17.30 Uhr in den Gemeindesaal zur traditionellen Adventsfeier unserer Gesellschaft ein. Wir werden für Sie wieder leckere Gerichte der polnischen Küche vorbereiten. Bei Kerzenlicht und Getränken werden wir Weihnachtslieder singen, eine Weihnachtsgeschichte hören und das Zusammensein genießen.
Um besser planen zu können, bitten wir Sie, uns verbindlich mitzuteilen, ob Sie teilnehmen möchten und mit wie vielen Personen Sie voraussichtlich kommen werden. Sie können eine E-Mail schicken an: Aleksandra_Jeszke-Zillmer@gmx.de oder anrufen: 040/59 49 07, bis spätestens Montag,
- November 2026. Wir bitten um zahlreiche Anmeldungen!
WEIHNACHTSKONZERT
Am 05. Dezember um 19:00 Uhr im Großer Saal Rudolf-Steiner- Haus Hamburg, Mittelweg 11-12 werden wir wieder einen „Weihnachtstraum an der Alster – Ein festliches Konzert zur Adventszeit“ mit Culture Connects erleben.
Es ist schon zur Tradition geworden, dass Culture Connects ein deutsch-polnisches Weihnachts- bzw. Adventskonzert in Hamburg organisiert. Das Programm beinhaltet klassische Musik der größten Komponistinnen und Komponisten des Landes an der Weichsel, die von Studenten und jungen Absolventen der norddeutschen Musikhochschulen präsentiert werden. Auch deutsche und polnische Weihnachtslieder werden gemeinsam mit dem Publikum angestimmt.
Die anschließende Degustation polnischer Köstlichkeiten bietet die Gelegenheit sich über Traditionen und Sitten beider Länder auszutauschen, Kontakte zu knüpfen, sich zu integrieren sowie mit den jungen Künstlern ins Gespräch zu kommen.
Eintritt:
20€: Normalpreis
15€: ermäßigt für Schüler, Studenten, Berechtigte nach SGB, Mitglieder der DPG Hamburg
Reservierung und Vorverkauf von Karten unter der Mailadresse karten@culture-connects.de sowie an der Abendkasse
Veranstalter: Förderverein Culture Connects e.V. Hamburg in Kooperation mit der Deutsch Polnischen Gesellschaft Hamburg e.V.
Wir würden uns freuen, Sie bei einigen Veranstaltungen, vor allen aber bei unserer Adventsfeier begrüßen zu können
und wünschen Ihnen einen schönen, goldenen Herbst
und grüßen herzlich
Für den Vorstand
Ihre Viola Krizak